Mehr Wirkung aus jedem investierten Euro
PD-Gastbeitrag
Der kommunale Investitionsstau hat mit 215,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 einen neuen Rekord erreicht. Gleichzeitig wollen Bund und Länder mehr denn je investieren, unter anderem über das Infrastruktur‑Sondervermögen. Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb nicht in der Finanzierung, sondern in der strategischen Umsetzung: Wie gelingt es Verwaltungen, diese Mittel in konkrete Verbesserungen für Schulen, Mobilität, Klima und Daseinsvorsorge zu übersetzen?
Rekordmangel trotz Sondervermögen: Warum bereitgestellte Investitionsmittel noch nicht automatisch wirken
Im März 2025 haben Bundestag und Bundesrat das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) im Umfang von 500 Milliarden Euro verabschiedet. Damit ist das Vorhaben die größte Investitionsoffensive in der Geschichte der Bundesrepublik. 300 Milliarden Euro gehen in den Bundeshaushalt, 100 Milliarden Euro fließen über den Klima- und Transformationsfonds in Klimainvestitionen, und 100 Milliarden Euro werden über die Ländersäule direkt für die kommunale Infrastruktur bereitgestellt.
Aber noch wächst der Investitionsstau weiter. Das KfW-Kommunalpanel 2025 dokumentiert, dass Deutschlands Kommunen ihren Investitionsrückstand rückwirkend für 2024 auf 215,7 Milliarden Euro beziffern. Das entspricht einem Anstieg um 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den größten Anteil daran haben marode Schulgebäude (67,8 Mrd. Euro), gefolgt von Straßen- und Verkehrsinfrastruktur (53,4 Mrd. Euro). Besonders brisant: Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt schrittweise der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder beginnend mit den ersten Klassen. Vielerorts fehlen dafür aber noch die baulichen Voraussetzungen.
Aber noch wächst der Investitionsstau weiter. Das KfW-Kommunalpanel 2025 dokumentiert, dass Deutschlands Kommunen ihren Investitionsrückstand rückwirkend für 2024 auf 215,7 Milliarden Euro beziffern. Das entspricht einem Anstieg um 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den größten Anteil daran haben marode Schulgebäude (67,8 Mrd. Euro), gefolgt von Straßen- und Verkehrsinfrastruktur (53,4 Mrd. Euro). Besonders brisant: Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt schrittweise der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder beginnend mit den ersten Klassen. Vielerorts fehlen dafür aber noch die baulichen Voraussetzungen.
Das Paradox ist messbar: Die Kommunen planten für 2024 Investitionen in Höhe von 47 Milliarden Euro und gaben tatsächlich nur 30 Milliarden Euro aus. Für 2025 waren 48 Milliarden Euro eingeplant, der Ist-Wert wurde noch nicht veröffentlicht. Die Lücke zwischen Plan und Wirklichkeit liegt nicht am fehlenden Willen. Sie liegt an strukturellen Hemmnissen: zu wenig Personal in den Bauämtern, komplexe Dokumentationspflichten und langwierige Genehmigungsverfahren. Entscheidend ist daher nicht, wie noch mehr Geld mobilisiert wird, sondern wie Verwaltung handlungsfähig bleibt, Prioritäten setzt und Umsetzungsfähigkeit systematisch aufbaut.
Die Prognose des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe unterstreicht das Dilemma. 60 Milliarden Euro werden den Kommunen aus dem SVIK zugesagt. Dennoch rechnen die kommunalen Spitzenverbände damit, dass die Investitionen bis 2028 auf rund 31 Milliarden Euro sinken und der aufgelaufene Investitionsstau im Wesentlichen bestehen bleibt.
Auf Länderebene nehmen die Ambitionen derweil Fahrt auf. Niedersachsen etwa mobilisiert im Programm „Niedersachsen kann Zukunft\" mit dem Haushalt 2026 fast 14,5 Milliarden Euro zusätzlich für Investitionen in die Bildungslandschaft und Gesundheitsversorgung, für mehr Wohnungsbau, Klimaschutz und Digitalisierung. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg folgen ähnlichen Ansätzen. Gerade hier zeigt sich eine zentrale Frage moderner Verwaltungsarbeit: Wie lassen sich Investitionen so organisieren, dass aus politischen Zusagen wirksame, skalierbare und nachhaltige Lösungen entstehen?
Von der Planung zur Wirkung: Was Verwaltungen konkret stärkt
Das Sondervermögen und zusätzliche Investitionen im Kernhaushalt lösen das Problem allein nicht. Fördermittel müssen abgerufen, Projekte priorisiert und Vorhaben so umgesetzt werden, dass sie die Handlungsfähigkeit der Verwaltung sicherstellt. Dafür brauchen Kommunen, Länder und Bund nicht nur Finanzierung, sondern auch Strukturen, Werkzeuge und Partner, die die Umsetzung ermöglichen und ein interföderales Lernen fördern.
Die PD -- Berater der öffentlichen Hand GmbH begleitet als Inhouse-Beratung Kommunen, Länder, den Bund und weitere öffentliche Organisationen dabei, Investitionen von der ersten Idee bis zur Umsetzung zu bringen. Genau diese Praxiserfahrungen machen PD zu einer starken Partnerin des Creative Bureaucracy Festival. Dort machen wir deutlich, welche Ansätze sich auf andere Verwaltungen und in die Breite übertragen lassen.
Wie solche Ansätze in der Praxis aussehen, zeigen drei Beispiele aus Projekten, in denen PD gemeinsam mit ihren Kundinnen und Kunden Investitionsvorhaben geplant und umgesetzt hat.
Wirtschaftlichkeit von Anfang an sicherstellen
Ein wirksamer Ansatz beginnt lange vor dem ersten Spatenstich. Öffentliche Auftraggeber müssen früh klären, welche Beschaffungsvariante wirtschaftlich und langfristig tragfähig ist, etwa Eigenrealisierung, Miete, ÖPP oder Leasing. Mit dem WU-Modell 3.0, das die PD im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) entwickelt hat, steht öffentlichen Entscheiderinnen und Entscheidern ein kostenloses Berechnungswerkzeug zur Verfügung, mit dem verschiedene Realisierungsvarianten für Hochbaumaßnahmen systematisch verglichen werden können.
So werden Entscheidungen datenbasiert und damit vergleichbar und transparenter. Verwaltungen gewinnen Sicherheit darin, komplexe Investitionen souverän zu steuern. Beim Creative Bureaucracy Festival bringen wir solche praxistauglichen Hilfen auf die Bühne, damit Investitionsentscheidungen einfacher werden. Dort, wo eigenes Personal fehlt, kann ergänzend auch operative Unterstützung bei Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen sinnvoll sein.
Fördermittel gezielt erschließen
Viele Kommunen lassen erhebliche Förderpotenziale ungenutzt, nicht aus mangelndem Interesse, sondern weil die Landschaft der EU-, Bundes- und Länderprogramme unübersichtlich ist. Die PD hat im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit die Nationale Kontaktstelle für das EU-Förderprogramm EU4Health aufgebaut und betrieben. Mit 5,3 Milliarden Euro ist EU4Health das bislang größte Gesundheitsprogramm der Europäischen Union. Deutsche Gesundheitseinrichtungen, Kommunen und NGOs wurden dabei durch alle Phasen der Antragstellung begleitet.
Diesen ganzheitlichen Ansatz übertragen wir auf alle großen Förderprogramme: Auch beim Deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) werden im Auftrag des BMF Förderprogramme für kommunale Verwaltungen durch Einzelberatungen, kompakte Handreichungen und offene Workshops transparenter und nutzbarer gemacht, um die sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern.
Hier zeigt sich, was vielen Besuchenden des Creative Bureaucracy Festival wichtig ist: Wirkung entsteht dort, wo Wissen zugänglich wird, Hürden abgebaut werden und gute Verfahren nicht isoliert bleiben, sondern von anderen Verwaltungen aufgegriffen werden können. Auf Bundesebene unterstützt der Förderleitfaden Behörden bereits beim Aufsetzen von Förderrichtlinien mit Baukästen und Formulierungshilfen. Damit rückt ein zentraler Punkt von Verwaltungsinnovation in den Blick: Entscheidend ist nicht nur die Umsetzung einzelner Projekte, sondern auch die Gestaltung besserer Rahmenbedingungen, damit öffentliche Mittel einfacher, klarer und bedarfsgerechter in der Praxis ankommen.
Nachhaltig bauen, langfristig sparen
Öffentliche Investitionen in Gebäude müssen heute wirtschaftlich sein und es über ihren gesamten Lebenszyklus bleiben. Denn Gebäude verursachen rund ein Drittel der CO₂‑Emissionen in Deutschland, wenn direkte Emissionen im Betrieb, indirekte Emissionen aus Strom und Fernwärme sowie graue Emissionen aus der Herstellung berücksichtigt werden. Unsere Beraterinnen und Berater mit ausgewiesener Expertise im nachhaltigen Bauen unterstützen Kommunen dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele bereits in frühen Projektphasen zu verankern -- von der Sanierungs‑ und Dekarbonisierungsstrategie für Gebäudeportfolios bis zur Integration von Klimazielen in öffentliche Ausschreibungsverfahren.
Diese Beispiele zeigen: PD bringt Investitionen zum Wirken. Wir erstellen keine Konzepte, die in der Schublade landen, sondern begleitenBehörden und Verwaltungen von der Idee bis zur Umsetzung. Dabei verstehen wir uns als Vordenkerin der öffentlichen Verwaltung, arbeiten auf Augenhöhe und mit echtem Praxiswissen. So können öffentliche Mittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden – und aus einzelnen Projekten entstehen Ansätze, die auch andere Verwaltungen für ihre Transformationsaufgaben nutzen können.
Beim Creative Bureaucracy Festival teilen wir solche Erfahrungen mit unserer Community, damit Verwaltungen voneinander lernen und nachhaltige Investitionen breiter in der Praxis ankommen.
Jetzt handeln: Treffen Sie PD beim Creative Bureaucracy Festival 2026
Deutschlands Investitionsoffensive ist spätestens mit dem Beschluss des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität endlich gestartet. Erste Anzeichen eines Investitionsaufschwungs werden aus der Bauwirtschaft bereits gemeldet, wenn auch nicht in allen Bereichen.
Die Frage ist also nicht mehr ob, sondern wie das Geld wirksam eingesetzt wird. Antworten darauf -- und die Menschen, die sie umsetzen -- kommen am 11. Juni 2026 beim Creative Bureaucracy Festival in Berlin zusammen.
Das Creative Bureaucracy Festival ist für die PD Europas wichtigste Plattform für öffentliche Innovation und Verwaltungsmodernisierung. Hier trifft die Verwaltung auf neue Ideen, auf erprobte Lösungen und auf Partnerinnen und Partner, die den Unterschied zwischen Planung und Wirkung ausmachen.
Die PD ist als Hauptpartnerin des Festivals mit mehreren Sessions vertreten, unter anderem zur Pädagogischen Cloud‑Infrastruktur, zu Investitionen im Rahmen des DARP und zur digitalen Souveränität.
Nutzen Sie den 11. Juni, um mit unseren ins Gespräch zu kommen. Bringen Sie gern Ihre konkreten Projekte, Herausforderungen, Ideen und Fragen mit. Wir freuen uns auf Sie.