Demokratie verteidigen im Rathaus
Die AfD wähnt sich in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vor der Machtübernahme. Zumindest ist sie bei den beiden Landtagswahlen im September klarer Favorit.
Trotzdem fällt es der Partei erstaunlich schwer, bei kommunalen Stichwahlen zu gewinnen. Das gilt auch für Ostdeutschland, wo sie seit Jahren als stärkste Kraft gilt. Bis auf einen Landrat, einen von ihr gestützten parteilosen Oberbürgermeister und einige Bürgermeister kleinerer Städte hat die AfD bislang keine Ämter gewinnen können.
Woran liegt das? Diese Frage ging der stern vor einigen Wochen in einer Titelgeschichte nach und sprach mit einem halben Dutzend Kommunalpolitikern. Die Antworten waren vielfältig, es ging darin um Bürgernähe und Pragmatismus – und ja, auch um einen ideologiefreien Umgang mit der AfD. Alles Dinge, die wohl auch die Koalition im Bund stärker beherzigen könnte.
„Ich kenne die Störgefühle der Menschen hier“, sagte die Oranienburger Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder über ihre Stadt, die sie gegen eine große AfD-Fraktion regiert. Die Sozialdemokratin diskutiert auf dem Creative Bureaucracy Festival mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister von Gartz, Luca Piwodda, der sogar eine eigene Partei gegründet hatte, um eine Alternative zur Alternative zu sein. Die Moderation übernimmt stern-Reporter Martin Debes.