„Demokratie braucht Bürokratie“: Stimmen zum Creative Bureaucracy Festival 2026
- Das 9. Creative Bureaucracy Festival brachte mehr als 2.000 Menschen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen, um praktische Methoden zur Staatsmodernisierung gemeinsam zu diskutieren.
- Veronika Grimm, Philip Amthor, Stefan Evers, Boris Palmer, George Papandreou, Audrey Tang und mehr als 200 weitere Sprecherinnen und Sprecher betonen die Bedeutung von kreativer, anpassungsfähiger Bürokratie für eine funktionierende Demokratie.
- Die zehnte Ausgabe des Creative Bureaucracy Festivals findet vom 2. bis 3. Juni 2027 in Berlin („Alte Münze“) statt.
Berlin, 19. Juni 2026 – Auf dem neunten Creative Bureaucracy Festival diskutierten mehr als 2.000 Teilnehmende aus 50 Ländern mit 230 Speakern in 90 Sessions, 10 Showcases und 10 Demo-Stations, wie Bürokratie der Motor gesellschaftlicher Erneuerung und das Rückgrat einer funktionierenden Demokratie sein kann. Bürokratie, so die zentrale Botschaft des Tages, muss nicht nur pragmatische Problemlöserin sein; sie muss die Vision einer gemeinsamen Zukunft haben und diese umsetzen.
AUFBRUCHGEIST UND KONKRETE IDEEN: STIMMEN VOM CREATIVE BUREAUCRACY FESTIVAL
George Papandreou, ehemaliger Premierminister Griechenlands, betonte: Gute Verwaltung bedient Bürgerinnen und Bürger nicht nur — sie nimmt sie als Mitgestaltende ernst.
Philip Amthor, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, sieht Staatsmodernisierung als Umsetzungsaufgabe: Gefragt seien keine Ankündigungsbroschüren, sondern verbindliche Fahrpläne mit messbarer Wirkung.
Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei NRW, plädierte für eine Umkehr der Verwaltungslogik: Nicht Bedenken, sondern Ermöglichung müsse als gemeinsame Führungsaufgabe über alle Ebenen hinweg im Mittelpunkt stehen.
Wirtschaftswissenschaftlerin Veronika Grimm mahnte eine klarere Fokussierung des Staates an: Zu viele Regeln blockierten am Ende genau die Leistungsfähigkeit, die sie sichern sollten.
Den kulturellen Rahmen setzte Ólafur Elíasson, Träger des Creative Bureaucracy Awards 2026: Öffentlicher Raum sei ein Ort gelebter Demokratie – Verwaltung müsse Menschen nicht steuern, sondern ermöglichen, sich gesehen und handlungsfähig zu fühlen.
„Das CBF hat aufs Neue gezeigt, wie viel Innovationskraft in Verwaltungen auf der ganzen Welt steckt. Durch intensive Diskussion und Austausch entsteht wichtige Inspiration für unsere Arbeit an der Verwaltung von morgen“, betont Theresa Twachtmann, Geschäftsführerin der Hauptfestivalpartnerin PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH.
PD-Geschäftsführer Philip von Haehling ergänzt: „Die Diskussionen zu Digitalisierung, KI, Resilienz und Bürgerorientierung haben gezeigt, dass es nicht um einzelne Technologien geht, sondern um die Fähigkeit, Wandel gemeinsam zu gestalten. Diese Energie nehmen wir mit in die kommenden Monate.“
Charles Landry, Gründer und Präsident des Creative Bureaucracy Festivals, sagt: „Eine kreative Bürokratie ist eine, die Ja sagen kann, die uns schützt, ohne zu lähmen, die uns ermächtigt und dabei Gerechtigkeit wahrt und das Vertrauen erneuert – durch Kompetenz, Vorstellungskraft und Fürsorge.“
Bernd Fesel, Direktor des Creative Bureaucracy Festivals, fasst zusammen: „Überregulierung blockiert Wirtschaft, Staat und Bürger. Internationale Bürokratieexperten beim Creative Bureaucracy Festival fordern deshalb zurecht eine Once-Only Kultur und mehr Frei- und Experimentierräume für Verwaltungen.”
Weitere Stimmen zum und vom Festival
„Bürgerinnen und Bürger müssen Co-Autoren einer gemeinsamen Zukunft sein.“
– George Papandreou, Generalberichterstatter für Demokratie des Europarates
„Empörungskultur und Schuldkultur lähmen unsere Bürokratie, Medien sind dabei nur ein Teil dieser Kultur. Wir müssen sehen, was wir in den Köpfen der Leute, die in den Verwaltungen tätig sind, damit anrichten. Wir müssen einen Schritt zurückmachen und anerkennen, dass es nicht immer einen Schuldigen gibt.”
– Boris Palmer, Oberbürgermeister Tübingen
„Die eigentliche Aufgabe beginnt in den Verwaltungen an der Spitze und setzt sich bis ins letzte Glied fort. Diese Menschen brauchen jemanden, der sich vor sie stellt, der sie schützt, der ihre Anliegen nach außen resolut vertritt und nicht bei jedem Fehler, der uns politisch angekreidet wird, nach unten eine angebliche dumme Verwaltung zeigt. Um es deutlich zu sagen: Verwaltung ist nicht dumm. Sie haben eine andere Sicht der Dinge.”
– Stefan Evers, Bürgermeister und Senator für Finanzen, Berlin
„Wir haben Vertrauen wiederhergestellt und das nicht durch ‚smart cities‘, sondern durch ‚smarte‘ Bürgerinnen und Bürger.“
– Audrey Tang, Cyber-Ambassador der Regierung Taiwans
„Um eine Stadt angesichts der Klimakrise lebenswert zu gestalten, muss man die Ideologie aus der Debatte nehmen. Die Frage ist nicht, ob man an den Klimawandel glaubt — sondern was man tut, wenn die nächste Flut kommt. Dafür braucht es Kreativität: die richtigen Fragen zu stellen.”
– Monica Barone, CEO der City of Sydney
Inoffizielle Übersetzungen aus dem Englischen.
„In der Staatsmodernisierung haben Minister zwei Aufgaben: Sie dienen und helfen. Daher sind sie auch ein Vorreiter und Kristallisationspunkt für eine Verbesserung der Welt.“
– Wolfgang Schüssel, Bundeskanzler der Republik Österreich a. D.
AWARD DER BERTELSMANN STIFTUNG FÜR ZWEI HERAUSRAGENDE BILDUNGSINITIATIVEN
Der Change Learning Award der Bertelsmann Stiftung wurde an das LuPe²-Netzwerk und die Initiative BildungslandSachsen2030 verliehen. Die ausgezeichneten Initiativen zeigen, dass Veränderung dort entsteht, wo alle Beteiligten auf Augenhöhe zusammenarbeiten und wo nicht nur Schulkinder, sondern alle Akteurinnen und Akteure im Bildungssystem zu Lernenden werden. Dazu gilt es, liebgewonnene Rollen und Rollenverteilung im Schulsystem zu überwinden und die eigene Komfortzone zu verlassen.
CREATIVE BUREAUCRACY FESTIVAL BEKOMMT NEUE LOCATION UND MEHR PROGRAMM
Das Creative Bureaucracy Festival findet im kommenden Jahr an einem neuen Ort statt: Am 2. und 3. Juni 2027 öffnet die Alte Münze in Berlin ihre Türen für das Festival – anlässlich der zehnten Jubiläumsausgabe erstmalig mit zwei öffentlichen Programm-Tagen.
CREATIVE BUREAUCRACY FESTIVAL
2.–3. Juni 2027
Alte Münze | Molkenmarkt 31, 10179 Berlin
Kontakt
Sophie-Theres Guggenberger, Unternehmenssprecherin Falling Walls Foundation
Felix Mihalek, Press Officer Creative Bureaucracy Festival
+49 30 60 98 83 97 80 | press@creativebureaucracy.org
ÜBER DAS CREATIVE BUREAUCRACY FESTIVAL
Das Creative Bureaucracy Festival ist das weltweit größte Festival für Verwaltungsinnovation. Seit 2018 kommen jährlich mehr als 2.000 Teilnehmende aus mehr als 50 Nationen aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft zusammen und feiern die Gestaltenden in der Praxis. Es will beispielhaften Innovationen zum Durchbruch verhelfen. Das Festival steht für den Wechsel von einer „Nein, weil“-Kultur zu einer „Ja, wenn”-Kultur, die sich für Neues begeistert. Das Global Forum of Public Service Leaders ist der jährliche Treffpunkt der Führungskräfte des öffentlichen Sektors aus aller Welt.
Durch das Young Bureaucrats Forum wird der ideenreiche Nachwuchs angesprochen. Weitere Infos: creativebureaucracy.org.
ÜBER DIE FALLING WALLS FOUNDATION
Die Falling Walls Foundation gGmbH ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin, die sich der Stärkung der Wissenschaftskommunikation und des öffentlichen Engagements für Forschung widmet. Ihre Initiativen bringen internationale Expert:innen zusammen, um wegweisende Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln.
Neben dem Falling Walls Science Summit veranstaltet die Foundation die Berlin Science Week sowie Programme wie Falling Walls Lab, Falling Walls Engage, Falling Walls Venture und Female Science Talents. Seit 2020 richtet sie außerdem das Creative Bureaucracy Festival aus, eine internationale Plattform für Innovation im öffentlichen Sektor. Die Foundation wird unterstützt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, dem Berliner Senat, der Hannover Re Foundation, dem Museum für Naturkunde Berlin, PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH, der Volkswagen Stiftung sowie mehr als 100 weiteren internationalen Förderern, Wissenschaftseinrichtungen, Unternehmen und NGOs. Weitere Infos: falling-walls.com/foundation/about.
ÜBER PD – BERATER DER ÖFFENTLICHEN HAND
Die PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH ist ein Inhouse-Beratungsunternehmen der öffentlichen Hand und bietet umfassende projektbezogene Beratungs- und Managementleistungen für Bund, Länder, Kommunen und sonstige öffentliche Auftraggeber zu allen Fragestellungen moderner Verwaltung und Investitionsvorhaben an.
Schwerpunktmäßig berät die PD bei Strategie-, Organisations- und Investitionsvorhaben, unterstützt beim Management von Großprojekten und der Steuerung von Vergabeverfahren. Die PD liegt zu 100 Prozent in den Händen öffentlicher Gesellschafter. Weitere Infos: www.pd-g.de.
ÜBER GPM – GESELLSCHAFT FÜR PROJEKTMANAGEMENT e. V.
„Die großen Herausforderungen unserer Zeit werden nicht in Strategiepapiere geschrieben, sondern in Projekten umgesetzt. Deshalb braucht eine zukunftsfähige Verwaltung Menschen, die Veränderungen professionell gestalten und Innovation wirksam in die Praxis bringen.“
Peter Thuy, GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.
Die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. ist ein gemeinnütziger Fachverband für Projektmanagement. 1979 gegründet, bildet die GPM heute ein weitreichendes Netzwerk für Projektmanagement-Expertinnen und -Experten aus allen Bereichen der Wirtschaft, der Hochschulen und der öffentlichen Institutionen.
Der Fachverband trägt wesentlich zur Professionalisierung und Weiterentwicklung des Projektmanagements in Deutschland bei und bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Zertifizierung im Projektmanagement. Weitere Infos: https://www.gpm-ipma.de/.